Arthrose - Wir leben in einer Welt von Vorstellungen

Es ist heute wichtiger denn je sich bewusst zu werden, dass unsere angenommenen Wahrheiten nur Vorstellungen sind....

Auch die Medizin arbeitet mit Annahmen und Vorstellungen die sich mehr oder weniger lange halten, aber auf jeden Fall immer ändern müssen. Wer gestern noch ausgelacht wurde, gewinnt heute den Nobelpreis für die neuste Entwicklung.

 

 

Bis vor kurzem waren wir überzeugt, Arthrose sei das Resultat von einer Fehl- oder Überbelastung. Da ist man sich heute nicht mehr so sicher. Es mehren sich die Stimmen die genau das Gegenteil vermuten, nämlich die Unterforderung des Gewebes. Eine genaue Definition von Arthrose gibt es nicht…. merkwürdigerweise muss eine Veränderung am Gelenk nicht zwingend zu Schmerzen führen und andersrum können massive Schmerzen auftreten ohne dass jegliche Unregelmässigkeit im Gelenk zu finden sind.

 

 

Schmerzen fordern uns auf genauer hinzuschauen. Mein Körper will mir ein Problem aufzeigen und das muss ich ernst nehmen! Er ist darauf ausgerichtet jegliche Schäden zu reparieren, wenn ich ihn aber daran hindere und den Schaden täglich vergrössere….naja dann bin ich selber Schuld!

 

 

Ungleichgewicht, Fehlhaltung und Verspannung führt zur Einengung eines Gelenks. Die arthrotischen  Veränderungen zeigen auf, dass hier Zug und Druckkräfte über längere Zeit unausgeglichen waren. Sobald wir die Schmerzen aus dieser Perspektive betrachten und uns vom Bild der Knochenveränderung lösen, können wir sofort beginnen wirkungsvoll zu therapieren. Wir stellen das Gleichgewicht wieder her. Es sind immer die Faszien die verkürzt und verklebt sind, an der Gelenkkapseln zerren und Spannung erzeugen.

 

 

Damit können wir auch die Arthrosetypischen Symptome erklären:

 

→ Anlaufschmerzen morgens kommen von der verspannten Muskulatur. Durch Bewegung werden diese weicher, die Spannung der Sehnen nimmt ab und der Schmerz wird geringer.

 

→ Nachts auftretende Schmerzen entstehen durch die Inaktivität verkürzten Muskeln und Faszien, sie verkleinern den Gelenkspalt. Die Gelenkfläche kann nicht verantwortlich gemacht werden wenn gar keine Reibung besteht…

 

→ Radfahren geht problemlos, weil das Knie nicht ganz durchgestreckt wird und deshalb nie alle Muskeln angespannt sind – das Kniegelenk kann entspannt sein.

 

 

 

Bei massiver Schädigung des Gelenks geht es manchmal nicht anders und eine Operation ist nötig. Leider sind die Resultate in vielen Fällen unbefriedigend. Hier geht oft die eigentliche Ursache vergessen, die Verspannung und die Dysbalance…sie bleiben weiterhin bestehen. Eine darauffolgende einseitige Belastung der „gesunden“ Seite verschlimmert die Muskelverspannung dann zusätzlich.

 

Ausserdem gibt es eine bekannte Studie des amerikanischen Chirurgen Bruce Moseley, der bei der Hälfte seiner Patienten lediglich einen Schnitt ins Knie machte und wieder zunähte ohne jeglichen Eingriff ins Gelenk vorzunehmen. Die Placebo-Operation hatte bei den Betroffenen dieselben Erfolge wie bei den richtig operierten….das lässt uns nachdenken.